Clemens Alexander Wimmer

Garten- und Pflanzenbücher in großen Bibliotheken
Einige Reiseeindrücke

Zandera 11 (1996), Nr.1, S.3-16

Gaertner Some impressions from a tour with regard to historic garden and plant books hold in great german public libraries.

Der Umfang und die Bedeutung unserer eigenen Bibliothek reizt zu Vergleichen. Wir berichten deshalb seit 1991 in loser Folge über andere Gartenbaubüchereien. Darüberhinaus gibt es „versteckte Gartenbaubüchereien“ in großen Allgemeinbibliotheken, die oft bedeutender sind als jene, deren Name auf Gartenliteratur schließen läßt.

Der Kassenwart hatte in den letzten Jahren Gelegenheit, verschiedene Bibliotheken zu besuchen und sich gezielt Überblicke über deren Bestände an Garten- und Pflanzenbüchern zu verschaffen, wobei er besonders im Auge hatte, was unserer Bibliothek fehlt. Während unsere Zeitschriften und die Bestände des 19. Jahrhunderts sehr vollständig und kaum zu übertreffen sind, auch aus dem 18. Jahrhundert nicht wenige Werke vorliegen, gibt es nur wenige Kräuterbücher, Prachtwerke und Catalogi Plantarum, und die Renaissance- und Barockliteratur ist auch nur fragmentarisch vorhanden, da unsere Bibliothek erst 1823 gegründet worden ist. Naturgemäß sind da die älteren Bibliotheken reicher, besonders Dresden, Göttingen, Hannover, Leipzig und München. Nicht besucht wurden bisher Erlangen, Frankfurt am Main, Rudolstadt, Jena, Münster und Regensburg, die gewiß auch Berücksichtigung verdienen. Für unsere Zwecke wenig ergiebige Bibliotheken werden hier übergangen.

Das seit 1992 für die Bundesländer nach und nach erscheinende Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland, auf das hier verwiesen werden muß, bemüht sich um einen Gesamtüberblick. Direkt vergleichbare Angaben aus unserem Fachgebiet sind daraus schwer zu gewinnen. Die Gartenbestände werden nicht besonders aufgeführt, manchmal sind auch die Botanikbestände unter Naturwissenschaften subsumiert. Einzelne seltene Werke werden nur von einigen Bibliotheken genannt. Speziell unter Gartenaspekt gibt es keine vergleichende Darstellung in der Literatur über Bibliotheksbestände.

Die aktuellen Bibliothekskataloge haben die Altbestände meist nicht systematisch erfaßt. Deshalb muß auf die jeweils ältesten, handgeschriebenen Sachkataloge zurückgegriffen werden. Während die Botanikbestände meist durch eine eigene Sachgruppe abgedeckt werden, ist die Gartenliteratur meist mit Landwirtschaft, Bergbau, Forst- und Jagdwesen bei Ökonomie miterfaßt, so daß selbst rein statistische Angaben schwerfallen. Völlig vernachlässigt werden von der modernen Bibliographie und vom Handbuch der Historischen Buchbestände die Gartenkataloge (Catalogi Plantarum), die sowohl für die Botanik- als auch für die Gartengeschichte von wesentlichem Interesse sein müßten.

Angesichts unbefriedigender anderweitiger Hilfsmittel können auch unvollständige Einblicke vielleicht von Interesse sein. Sie sollen darauf hinweisen, ein wie wichtiges Desiderat eine Gesamtbibliographie des Gartenschrifttums vor 1800 mit Standortangaben ist.


Staatsbibliothek Berlin (1)

Der großartige Reichtum der 1661 gegründeten preußischen Staatsbibliothek, die besonders nach 1871 danach strebte, Paris und London gleichzukommen, läßt sich in dem alten handgeschriebenen Realkatalog bewundern, der jetzt nur noch auf Mikrofiche zugänglich ist. Die erhaltenen Werke sind hier abgehakt. An die Bemühungen der Kaiserzeit anknüpfend, hat sich die Staatsbibliothek innerhalb des Projekts „Sammlung Deutscher Drucke“ die Sammlung deutscher Drucke 1871-1912 zum Schwerpunkt gesetzt.

Die Gartenbau-Bestände (Gruppe Ow) und Forstwesen (Oy) sind weitgehend Kriegsverlust. Sie befinden sich nicht in Krakau, wo die vor 1945 in die Ostgebiete ausgelagerten und geretteten Bestände aufbewahrt werden. Erhalten ist Hendrik Causes Koninglycke Hovenier (Amsterdam 1676)

Besser erhalten sind die Botanikbestände (Lw, Lz, Ma, Mb), fast ausschließlich in Haus II. Diese kostbare Sammlung wurde kontinuierlich durch die Jahrhunderte zusammengetragen. Georg August Pritzel stellte im 19. Jahrhundert vor allem anhand dieser seinen berühmten Thesaurus zusammen.

Vorhanden sind zahlreiche Kräuterbücher (Megenberg Augsburg 1481, Herbarius Speier 1484, Bock, Brunfels, Fuchs, Dodoens, Mattioli, Lobel, Lonitzer, Carrichter, Durante, Tabernaemontanus, Gerard 1633, Blackwell, Weinmann) und botanischen Prachtwerken (Commelin 1697/1701, Besler 1713, Linn‚ 1737, Trew/Ehret: Plantae selectae, Jacquin 1770-76, Jacquin 1797-1804, Schrader 1795-98, Thornton 1810, Ventenat 1800, 1803, Nees von Esenbeck 1824, Lamberts Pinus). In Krakau befinden sich Fuchs 1542 und Trews Plantae rariores (1763-84).

An weiteren bedeutenden botanischen Werke besitzt die Staatsbibliothek z.B.: Belon 1533, Gesner 1541 und 1561, Ruel 1543, Monardes 1551, Cordus 1561, Clusius 1601, Sweert 1612 (110 Tafeln), Jean Bauhin 1619, Gaspard Bauhin 1671, Parkinson 1640, Aldrovandi 1668, Ray 1688, Plukenet, Munting 1696, 1702, Carlowitz 1713, Wangenheim 1787 und Aiton 1789.

Von den Catalogi Plantarum (Lz 25600ff., Ow 42700ff.) sind noch sehr wichtige Exemplare vorhanden. Schon das nach Ländern geordnete Verzeichnis ist wertvoll. Aus dem erhaltenen Bestand seien genannt: Heidelberg 1597, Montpellier 1598, 1762, Padua 1608, 1662, Leiden 1633, 1687, 1719, 1740, Paris 1665, 1689, Altdorf 1646-91, Blois 1665, Helmstedt 1683-1763, Edinburgh 1683, Leipzig/Bose 1686, Amsterdam 1689, Straßburg 1691, Danzig 1724, Göttingen 1743, 1793, Karlsruhe 1747, Berlin/Krause 1744, Frankfurt/O. 1744, Uppsala 1748, Madrid 1772, Kassel 1777, 1785, Hamburg/Buek 1779, Dresden/Seidel 1794, Schönbrunn 1816, Weimar 1820, Prag 1823, Dresden/Hoffmannsegg 1824, Ludwigslust 1855 und, besonders bemerkenswert:

Die Benutzung ist durch die Aufteilung der Bibliothek auf zwei Häuser, diverse parallel zu benutzende Kataloge und chronische Überfüllung des Hauses II erheblich erschwert. Sie erfordert Geduld und Vertrautheit mit den Katalogsystemen. Erträgliche Arbeitsbedingungen herrschen in den Handschriftenabteilungen, für die auch einige wenige Drucke vorbehalten sind.


Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin (B 188/24)

Nach dem katastrophalen Totalverlust 1943 gelang es der jahrzehntelang mit sehr großzügigen Mitteln ausgestatteten Einrichtung, erneut eine bedeutende Bibliothek aufzubauen. Sie umfaßt 130 000 Monographien und Zeitschriftenbände, 9000 Zeitschriftentitel und 200000 Sonderdrucke und gilt als größte botanische Bibliothek in Deutschland.

Sehr vollständig ist der Zeitschriftenbestand. Wir finden das Botanical Cabinet, und unter den laufenden Zeitschriften die Gartenpraxis und die Garden History, welche die Gartenbaubücherei bisher nicht anschaffen konnte. Die Zeitschrift Linnea mußte unsere Bibliothek 1944 neben anderen botanisch interessanten Beständen an den Botanischen Garten abgeben, der inzwischen zwei Sätze Linnea besitzt.

Einige Rara wie Clusius 1583 und Besler 1613 konnten erworben werden, andere sind als Mikroformen (5000 Einheiten) vorhanden.

Gartenbücher sind nur wenige tausend vorhanden, vor allem internationale neuere aus aller Welt (Gruppen 635, 710, 712). Unter den alten ist bemerkenswert:

Da nicht im Handel erhältlich, fehlen die kleinen Catalogi plantarum weitgehend (vorhanden: Prag 1776).

Die Bereitstellung der Werke erfolgt zügig. Es muß hier wohl kaum erwähnt werden, daß Zandera 1982 durch den verdienten wissenschaftlichen Leiter der Bibliothek und damaligen Ersten Vorsitzenden unseres Vereins, Hans Walter Lack, gegründet wurde.


Zweigbibliothek Agrarwissenschaften der Humboldt-Universität (11)

Die Bibliothek wurde 1881 als Bestandteil der Königlichen Landwirtschaftlichen Hochschule in dem eigens für diese errichteten Gebäude in Berlin gegründet, wo sie sich noch befindet. Sie übernahm die Bestände der Landwirtschaftlichen Akademie von Albrecht Thaer aus Möglin (1806 gegründet) und des Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten und der Landwirtschaftlichen Akademie Proskau von 1847, so daß 1886/7 ein Bestand von 32.500 Bänden vorhanden war. Bis 1920 erfolgte eine starke Vermehrung. 1934 wurde die Landwirtschaftliche Hochschule der Friedrich-Wilhelms-Universität angegliedert. Durch einen Bombentreffer verlor die Bibliothek 1945 80% ihres auf über 100.000 Bände angewachsenen Bestandes. 1949 waren wieder 27.000 Bände vorhanden, 1992 ca. 70.000.

Als historische Bestände gelten 4064 Werke, davon 9 aus dem 16., 21 aus dem 17, und 130 aus dem 18. Jahrhundert.

Die 1887 aufgestellte Katalogsystematik, nach der auch die Bände magaziniert sind, ist noch gültig.

Von den landwirtschaftlichen Altbeständen sind auch für Gartenzwecke bemerkenswert zwei Ausgaben von Columella und Palladius in der Übersetzung von Michael Herr (Straßburg 1538), Pietro de' Crescenzi (Frankfurt 1583 und Straßburg 1601), Conrad Heresbach libri quatuor (Köln 1573) und vier Ausgaben von Charles Estienne (Paris 1554, Straßburg 1580, Paris 1601 und Straßburg 1607), Johannes Colers Oeconomia ruralis (Mainz 1645), Hohbergs Georgica curiosa (1682) sowie Otto von Münchhausens Hausvater.

An seltenen Obstbauwerken erwähnen wir Wolfgang Jacob Dümlers Obstgarten (1651), Langleys Pomona (1729), Johann Mayers Pomona Franconia (1776-79), Knoops Pomologie (1758), Lindleys Pomologia Britannica (1841) sowie Werke von Johann Ludwig Christ und August Diel.

In Berlin sonst nicht vorhanden sind auch Johannes Jonstons Dendrographia (Frankfurt 1662), das Trait‚ de la Culture des Orangers (Paris 1676), John Hills Eden or a compleat body of Gardening (London 1773). und Beschreibung von Gärten zur Ehre deutscher Kunst und deutschen Geschmacks (Altona 1785). Hierin sind beschrieben Heeschenberg bei Kiel, Brese bei Lüneburg, Celle, Darmstadt, Schwansee bei Travemünde, Luklum bei Braunschweig, Destedt, der Wangenheimsche Garten in Hannover, ein unterirdischer Garten, Salzau und Eckhof bei Kiel, Gotha, Weimar und Ettersburg, Harbke, Aschberg am Plöner See und Ludwigslust.

Der Gartenbaubücherei voraus ist diese Bibliothek auch mit: J.B. Papworths Hints on ornamental Gardening (London 1823), Thomas Elisons Verzierungen für Parks und Gärten (Leipzig um 1810), Nees von Esenbecks Sammlung schönblühender Gewächse (Bonn 1831), L.F. Dietrichs Geschichte des Gartenbaus (Leipzig 1863), Ernoufs L'art des Jardins (Paris 1872) und Dorothea Fairbridges Gardens of South Afrika (London 1924).

An Gartenzeitschriften sind viele seltene aus dem 19. Jahrhundert vorhanden, allerdings meist nur lückenhaft, etwa die Jahresberichte und Mitteilungen des Gartenbauvereins Neupommern und Rügen 1847-58 oder Biedenfelds Gartenjahrbuch 1851-58.

Aus der von der DDR mit großem Aufwand aufgebauten und jetzt abgewickelten Zentralbibliothek der Landwirtschaftswissenschaften in Berlin konnten ca. 500 Rara-Bände übernommen werden. Hierunter befinden sich Crescenzi (Basel 1548), Lobels Icones stirpium plantarum (Antwerpen 1591), Krünitz' Ökonomische Encyclopädie, die deutsche Bearbeitung von Linnés Pflanzensystem (Nürnberg 1777-88), La Quintinies Instructions (Amsterdam 1692) und Wangenheims Beytrag zur Forstwissenschaft (1787), auch Beckers Taschenbuch für Gartenfreunde 1795-98. Noch nicht wieder zugänglich sind die Kataloge von Althaldensleben/Nathusius 1828, 1831 und Klein Flottbek/Booth 1831.

Die Ausstattung ist antiquiert, es ist aber (anders als bei der TU Berlin) ein moderner Bibliothekskopierer vorhanden.


Niedersächsische Landesbibliothek Hannover (35)

Die LB Hannover, Nachfolgerin der kurfürstlichen Bibliothek, wirbt als „Partner für Ihre Literaturversorgung.“ Tatsächlich ist man mit dem handgeschriebenen Bandkatalog aus dem 17. Jahrhundert, der noch im Original benutzt werden darf, gut versorgt.

In der Gruppe Oeconomia IV findet man nicht nur Ackerbauwerke wie Crescenzi (Venedig 1536), Estienne/Liebault (1601), Gervase Markham (London 1635), Coler, Emanuel König, sondern auch einen großen Bestand an Gartenbüchern wie Charles Estiennes Arbustum, Sylva und Seminarium (Paris 1538/1548), Mizaulds Hortorum Secreta (Paris 1574), Schnurr von Lendsidels Kunst- und Wunderbuch (1617), Pierre Morins Remarques necessaire pour le culture des fleurs (Paris 1658), Vieschers Neuvermehrten Blumengarten (1663), Dümlers Obstgarten (1664), Claude Mollets Théâtre des jardinages (Paris 1678), Dahurons Traité (Celle 1692), den Neuvermehrten und curieusen und klugen Gärtner (Leipzig 1695), Andreas de La Croyx' Deliciae et Arcana florum (Köln 1697), Holyks Gartenbüchlein (Hannover 1698), die Recht gründliche Anweisung zur wol eingerichteten Baumschule (Hamburg 1702) und viele andere seltene praktische Gartenbücher.

Dieser Bestand ist weit bedeutender als der botanische. Es gibt kaum Kräuterbücher und Catalogi plantarum. Unter Historia Naturalis III A fallen auf: Gesners Catalogus (1542), Pierre Belons Observations (1555), Benoit Le Courts Hortorum libri XXX (1560), Clusius 1583, 1601 und 1605, Johannes Frankes Hortus Lusatiae (1594), Jean Bauhins Fons Bollensis (1598), seine Historia Plantarum 1619, 1650/51, Aldinis Farnesischer Garten (1625), Alpini 1627, Rosenbergs Rhodologia (1628), Ferraris Flora (1633), Royer (1648), Bacons Sylva Sylvarum (1661) und Rudolf Camerarius' De sexu plantarum (1694). Die Benutzung ist problemlos.


Universitätsbibliothek Hannover (89)

Ganz andere Schwerpunkte setzte der Kunsthistoriker Prof. Haupt, dessen Büchersammlung die UB Hannover aufbewahrt. Der 1970 gedruckte Katalog verzeichnet zahlreiche barocke Stichwerke mit Gartenentwürfen wie Ducerceau, Furttenbach, Falda, Daviler, Leupold, Fülck, Sturm, Decker, Kleiner, Danreiter, Blondel, Diesel und Galimard. Aus der Landschaftsgartenzeit sind Le Rouges Jardins anglochinois, Grohmanns Ideenmagazin, Jeanf-Charles Krafft und Carl August Menzel vorhanden. Auch einige Gartenbücher (Elßholtz 1666, Stromer v. Reichenbach 1671-73, La Quintinie 1692, Meister 1692, Hesse 1696, D‚zallier 1709, Papworths Hints 1823) sind zu finden.

Ganz unverständlich ist, daß diese Bibliothek keinerlei Möglichkeit bietet, Fotos zu bestellen.


Universitätsbibliothek Leipzig (15)

Die Bibliothek wurde 1543 gegründet. Die fraglichen Bestände sind erhalten. Die auf Wunsch ausgehändigten handgeschriebenen Bandkataloge, begonnen um 1860, eingestellt 1939, enthalten die seit 1501 erschienenen Werke, darunter zahlreiche Kräuterbücher (Cesalpino 1533, Mattioli 1571, Lobel 1581, Dodoens 1583, Dalechamps 1587, Gerard 1636).

Ferner fielen unter Botanik auf (der Bandkatalog ist systematisch weiter untergliedert): Estiennes Seminarium 1540, Belon 1553, Camerarius 1588, della Porta 1592, Martin Mylius 1597, Clusius 1601, de Passe 1614, Parkinson 1640, Aldrovandi 1668, Breyn 1687, Ray 1686-1704, Plukenet, Commelin 1703, John Martins Historia plantarum rariorum (1728), Linn‚s Hortus Cliffortianus (1737), Trews Plantae selectae und Plantae rariores, Durois Dissertation 1771, Jacquins Eclogae sowie das Botanical Repository 1-10.

Auch zahlreiche Catalogi plantarum sind vorhanden, so Annaberg (Paul Jenisch) 1592, Breslau 1594, Altdorf 1646, 1660, Amsterdam 1661, Blois 1669, Göttingen 1743, Greifswald 1765, Dorpat 1807, Dresden/Hoffmannsegg 1824, 1826, 1829, 1839, Hackney/Loddiges 1820, 1826, 1830 und 1836.

In der Gruppe Oek. Tech. stehen Estiennes De re hortensi 1536, Hiebner 1571, de Bry 1612, Ferrari 1633, Gabriel 1671, Rapin 1672, Sterbeeck 1682, Meister 1692, Volkamer, Millers Lexikon 1741 und 1759 nebst den Tafeln von 1760, J.Ch. Benemanns Die Rose 1742, Whately deutsch, Switzers Fruit Gardener 1761 und Dumont de Courset 1802.

Seit 1991 werden die Altbestände in den Südwestdeutschen (sic) Bibliotheksverbund eingegeben. Bei der Bereitstellung traten manchmal Probleme auf. Das Gartenbüchlein von 1598 und das Pflantzbüchlein der Lustgärten (Frankfurt 1578) waren nicht erhältlich. Es ist ein Bibliothekskopierer vorhanden. Mikrofilme können angefertigt werden.


Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (7)

Diese 1734 gegründete Bibliothek erfreut sich eines architektonisch hochwertigen Neubaus und einer kompletten EDV-Ausstattung (OPAC), so daß auch der gesamte Altbestand bequem am Computer abgefragt und bestellt werden kann. Leider ist es nicht möglich, innerhalb einer systematischen Gruppe zu blättern wie in den herkömmlichen Band- und Zettelkatalogen. Die alten Bandkataloge sind jedoch zugänglich. Die Bibliothek hat sich die Sammlung deutscher Drucke 1701-1800 zum Schwerpunkt gesetzt.

Die Gruppe Botanica umfaßt 6 Bände (Nr. 696-700), nach Formaten geordnet. Kräuterbücher sind in Fülle vorhanden (Bock, Brunfels, Fuchs, Gesner, Lonitzer, Carrichter, Tabernaemontanus, Dodonaeus, Lobel, Dalechamps, Mattioli, Cesalpino, Durante, Gerard, Parkinson) in meist mehreren Ausgaben. Unter Botanik stehen auch die Werke von Clusius, Jonston, den Bauhins, Sweerts Florilegium 1612 und 1641, Ray, Plukenet, Commelin, Catesbys Hortus Europae Americanus (1767), Trew/Ehrets Plantae Selectae, Westons Universal Botanist (1770), Persoons Synopsis, der Nouveau Duhamel (es fehlt Band 1), Ventenat (Malmaison und Cels) und Jacquins Hortus Schoenbrunnensis (1797).

Die Catalogi Plantarum sind besonders zahlreich (z.B. Montpellier 1598, Paris 1608, Altdorf 1646, Oxford 1648, Utrecht 1650, Jena 1659, Edinburgh 1683, Neapel 1696, Chelsea 1730, Trebnitz 1736, Oldenburg 1736, Uppsala 1748, Mannheim 1771).

Zu nennen sind auch die reichen Zeitschriftenbestände (Botanical Magazine, Botanical Cabinet, Annalen der Botanik, Botanisches Taschenbuch, Flora Regensburg usw.).

Unter Oeconomia (Band Nr. 777) stehen Estiennes Sylva, Frutetum 1538, De re hortensi 1542, Praedium Rusticum 1554 und Agriculture 1565, vier Gartenwerke von Mizauld, Ferrari 1633, Viescher 1645, Colers Oeconomia ruralis 1645, Rhagor 1650, Mandirola 1661, Dümlers Obstgarten 1664, Holyks Blumenbüchlein 1687, Dahuron 1692, Emanuel Koenig 1705, Millers Gärtnerlexikon 1731, Hales Eden (1757), Hirschfelds Anmerkungen über Landhäuser (1779) und Franz Schmidts Österreichische Baumzucht (3 Bde.). Ganz besonders hervorzuheben ist:

Johann Peschel: Gartenordnung, Eisleben 1597


Anna-Amalia-Bibliothek Weimar (32)

Die Bibliothek besteht seit 1691. Johann Christian Bartholomäi erstellte 1753-76 einen systematischen Bandkatalog, der bis etwa 1900 fortgeführt wurde. Im Band Physico-Medica I sind die botanischen, im Band Technica II die gartenbaulichen Schriften enthalten. Die Eintragungen erfolgten sehr unsystematisch. Die komplizierten Signaturen gehen z.T. auf noch ältere Systeme zurück. Diese Bände sind nur mit Schwierigkeiten zugänglich. 1969 wurde ein systematischer Zettelkatalog nach der Dezimaldeklassifikation begonnen. Er enthält in der Gruppe 58 zwei Karteikästen botanische Werke und unter 635 einen halben gartenbauliche. Gegenüber dem Bandkatalog fehlen zahlreiche Werke. Botanische Werke wurden teilweise an den Botanischen Garten nach Jena abgegeben.

Es sind diverse Kräuterbücher seit Dioskurides, botanische Prachtwerke von Commelin, Blackwell, Jacquin, Ventenat, Nees, Schrader, Wendland, Gallesio (Citrus) und Risso/Poiteau verzeichnet. An älteren botanischen Büchern fallen Cordus 1561, Clusius 1576, Belon 1589, Aldini 1625, de la Brosse 1636, Ray, Thunberg 1784, Rössigs Rosentafeln (fehlt Heft 1) und Michaux' Werke auf.

Catalogi plantarum und Zeitschriften gibt es wenige, auch aus Thüringen bei weitem nicht alle. Jedoch ist Sweerts Florilegium 1615 zu nennen (mit 67 Tafeln).

Unter den Ackerbauwerken (Technica Bd. II, S. 446-469) finden wir Crescenzi deutsch (Straßburg 1531), Estiennes Praedium rusticum 1554, Gallo 1569, Heresbach 1571, della Porta 1592, Florinus 1719, Thaer 1798, Sinclair 1814.

Obwohl in der Herzogin Anna Amalia eine Gartenfreundin die Bibliothek entscheidend prägte, sind die damaligen Garten- und Pflanzenbücher nicht in der erwarteten Vollständigkeit vorhanden. Unter den Gartenschriften (Technica Bd. II, S. 486-509) sind im Bandkatalog verzeichnet Estienne 1539, Lauremberg, Rhagor, Bonnefons, Leopold von Reichenbach 1790, Loudons Encyclopaedia 1822 und seine Remarks 1817, Sckell 1825. Hirschfelds frühe Schriften sind vorhanden, de Laborde 1808, Repton 1816, Nebbiens Freya 1821. Eine Abteilung führt gärtnerische Tafelwerke auf (S. 502ff.), u.a. Kleiner, Fülck, Danreiter, Nette, Krafft, Thouin, Papworth und Piringer.

Das herausragendste Gartenbuch in Weimar (und sonst wohl nirgends in Deutschland) ist ein hervorragend koloriertes Exemplar von:

Czartoryska, Izabella: Mysli r¢zne o sposobie zakladania ogrod¢w. (Wroclaw 1805) 3. Aufl. 1808

Mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft werden die 1500-1850 erschienenen Bestände noch bis ins Jahr 2000 in den Göttinger Bibliotheksverbund (OPAC) eingegeben (1995 bei Buchstabe D).

Die Aufbewahrung der Bücher in den historischen, ungeheizten Räumen bereitet große Probleme. Die Bereitstellung der Werke nimmt viel Zeit in Anspruch, teilweise bis zu zwei Tage.


Bayerische Staatsbibliothek München (12)

Die Bibliothek wurde 1558 gegründet. Sie hat sich die Sammlung deutscher Drucke 1450-1600 zum Schwerpunkt gesetzt. Der Altbestand (1501-1840) ist in einem gedruckten alphabetischen Katalog und im BVB online erfaßt. Die Werke des 16. Jahrhunderts werden darüberhinaus an der Staatsbibliothek in das gedruckte Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16) aufgenommen. Die gebundenen sachlich geordneten Repertorien sind auf besonderen Wunsch zugänglich. Sie enthalten die Grruppen Oecon. und Phyt., welch letztere in München der Botanik entspricht. Innerhalb dieser Großgruppen sind die Werke nach Format, innerhalb der Formate alphabetisch geordnet.

Unter Oecon. befinden sich z.B. Lustgaerten und Pflantzungen mit wundersamer Zyerd (Augsburg 1530, Auszug aus Crescenzi), Crescenzi (Basel 1538), Estiennes Seminarium (1536), Arbustum (1538) und De re hortensi (1545), Estienne/Liebault deutsch (Straßburg 1579), Belon/Clusius 1589, Elßholtz 1666, Hiebners Horticultura 1671, Commelins Hesperides (1676), Mandirola deutsch (1679), Sterbeecks Citricultura (1682), Wooldridges Systema Horticulturae (1700), G. Mason 1768, Mansas Plans (1795), Watelet deutsch, Le Bouteux' Plans & Dessins, Repton 1806, der Nouveau Duhamel und Michaux' Histoire des arbres forestiers (1810-13).

Die Folioformate der Gruppe Phyt. sind größtenteils im Krieg verbrannt. Die kleineren Phyt.-Formate umfassen Gronovius' Flora Virginica (1739), H. Marshall 1795. Catalogi Plantarum sind nicht viele vorhanden. Die Benutzung verlief abgesehen von langen Wegen zwischen den Abteilungen einigermaßen problemlos. Fotos werden gemacht.

Die gegenüberliegende Universitätsbibliothek (19) besitzt ebenfalls handgeschriebene Repertorien mit den Gruppen Phytol. und Technol., die nur mit Mühen zugänglich sind. Die Bestände aus der Gruppe Technol., die den Gartenbau umfaßte, sind größtenteils verbrannt. Unter Phytol. finden sich Ruel 1537, Mizauld 1576, Dodoens 1583, Durante 1602, de Bry 1612, Breyn 1678, Blackwell, Koelreuters Geheimnisse der Kryptogamie 1777 und Michaux' nordamerikanische Flora (1803). Die Bestellung ist langwierig, man ist auf Rara-Benutzer nicht besonders vorbereitet.


Sächsische Landesbibliothek Dresden (14)

Die ehemalige kurfürstliche Bibliothek wurde bis 1927 systematisch auf Quartzetteln katalogisiert, die auf Wunsch zugänglich sind. In den Sachgruppen sind die Werke nach Formaten geordnet. Die Gruppe Botan. enthält u.a. den Herbarius (Speier 1484, Passau 1485), Bock 1630, Fuchs 1542, Dodoens, Clusius 1576, 1601, Lobel, Durante, Mattioli, Tabernaemontanus, Gerard 1636, Weinmann, C. Bauhin, Gesners Historia Plantarum (1759), Breyn 1687, Ray und Ventenat 1800.

Dresden verfügt über eine reiche Sammlung von Catalogi plantarum (Botan. 345-64, 882-908, 1885-1917), z.B. Paris 1608, 1623, Altdorf 1661-77, Uppsala 1685, 1745, Amsterdam 1697/1701, Leipzig (Bose, 1675-1738), Hamburg (Schwerin, 1710), Leiden 1687-1740, Danzig 1724, London 1730, Hartekamp 1737, Göttingen 1743-57, Hackney/Loddiges 1777), Dresden/Hoffmannsegg 1824, 1836, 1838 und 1841.

Die Gartenbaubestände aus der Gruppe Oecon. E sind größtenteils verloren. Vorhanden ist immer noch Bemerkenswertes, z.B. Mizauld 1560, 1565, Peschel 1597 (vgl. Göttingen!), Holyk 1679, Lauremberg/Stromer 1673-82, die Tafeln zu Millers Lexikon (1771) oder Mansas Plans (1795-97).

Unter den Erwerbungen nach 1927, die in Karteikästen systematisch erfaßt sind, findet man Millers Gärtnerlexikon 1740, sowie dessen beiden deutsche Ausgaben, C.G. Bergers Ideal eines Prachtgartens im Kleinen (1803), Loudons Enzyklopädie deutsch, Reichenbachs Magazin der ästhethischen Botanik (1822-23), Nebbiens Hausgarten (1837), H.S. Neumanns Die moderne Anlage des Gartens (1865-66), ferner unter Botanik: Trews Plantae selectae (1750-73), Schraders Sertum Hannoveranum (1795-98) und Ventenats drei Prachtwerke (1800-1803). Die Benutzung im alten Lesesaal war angenehm, Fotos können angefertigt werden.


Hessische Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt (17)

Die Anfänge der in der heutigen Form 1948 gegründeten Bibliothek lassen sich bis ins Mittelalter verfolgen. Die bis 1900 erschienenen Bestände sind in dem sog. Schleiermacherkatalog verzeichnet, den Hofbibliothekar Andreas D.B. Schleiermacher Anfang des 19. Jahrhunderts begann. Hierin wurden zahlreiche ältere Bibliotheken zusammengefaßt, darunter die landgräfliche Hofbibliothek. Der alphabetische Teil besteht aus Karteikarten, der systematische aus handgeschriebenen Bänden, die nur auf Anfrage zugänglich sind. Schleiermacher entwickelte eine fein gegliederte Systematik für alle Wissenschaften. Für jeden Titel steht ein Blatt zur Verfügung.

Die Signaturengruppe R (zwei Bände) enthält die Gartenbücher, vielleicht 1000 an der Zahl, beginnend mit dem Crescenzi-Auszug von 1530 (Lustgärten vnnd Pflantzungen). Hervorgehoben seien Estienne 1536ff., Le Court 1560, Mizauld 1577, Peschel 1597, Lauremberg in der Erstausgabe und deutsch, Carthuiser 1646, Vieschers Blumengarten (1648), Rhagor 1650, Bonnefons 1652, van Aengelen 1662, diverse Liger-Ausgaben, Whateley und Watelet deutsch, Hirschfelds kleine Gartentheorie (1775), Mansas Plans (1795), Franz Schmidts Österreichische Baumzucht (4 Bde.), Semlers Ideen zur Gartenlogik 1803, J. C. Corthums Handbuch für Gartenfreunde (1814-16), Loudons Encyclopaedia deutsch, Watsons Dendrologia britannica 1825, L.F. Dietrichs (hier als Carl Schoepffer identifiziert): Geschichte des Gartenbaues 1863, Edouard Andr‚s L'Art des Jardins (1879), zahlreiche Stichwerke von Lepautre über Grohmann bis Abel und ganz ungewöhnlich: Custodio de Oliveira Cimas Guia do Jardiniero (Rio de Janeiro 1853).

In der Gruppe Botanik (unter Q, heute umsigniert, ca. 3000 Titel) findet man viele Pflanzenbücher (Q 191) von Dioskurides und Plinius über Brunfels, Fuchs, Bock, Mattioli (tschechisch 1562) bis Commelin, Blackwell, Weinmann und Persoon. 44 stammen aus dem 16. Jahrhundert, 6 sind Inkunabeln. Sehr gut ist der Bestand an Catalogi Plantarum seit Ende des 17. Jahrhunderts. Man findet hier Leiden 1629-1740, Altdorf 1635, Jena 1659, Padua 1662, 1713, Blois 1669, Leipzig 1675, Edinburgh 1683, Helmstedt 1683-1733, Straßburg 1691, 1771, Trebnitz 1737, Frankfurt/O. 1744, Berlin/Krause 1746, 1755, Utrecht 1747, Uppsala 1748, 1753, 1762, Florenz 1748, 1751, Mannheim 1771, Halle 1771, Zürich 1772, Kassel 1777, Frankfurt/M. 1782, Aschaffenburg 1783, Moskau 1786 und viele andere (Q 238-239, Signatur 34/3221 bis 3335).

Die Benutzung ist unkompliziert. Besondere Plätze für Rarabenutzung und Computersteckdosen fehlen. Fiches können nicht gemacht werden, nur Filme.


Universitätsbibliothek Tübingen (21)

Die Bibliothek wurde schon 1499 erstmals erwähnt. Die vorhandenen Altbestände bis 1850 sind (weitestgehend) elektronisch in OPAC (Südwestverbund) erfaßt, systematisch nur in den handgeschriebenen Bandkatalogen des 19. Jahrhunderts, die auf Anfrage zugänglich sind. Die Botanik (Signaturengruppe Bi) nimmt drei Bände ein, der Gartenbau (Eh) nur einen halben. Thematische Feingliederung dieser Gruppen fehlt. Sehr bedeutend sind die Botanikbestände. Seltene und kostbare Werke sind zahlreich vorhanden (Hortus sanitatis Ulm 1487 als einzige Inkunabel, Fuchs, Bock, Dodoens, Lobel, Ray, Rudolf Camerarius, Dillenius, Trew, 50 Titel von Linn‚, Adanson, 15 Titel von N.J. Jacquin, Pallas, L'Héritier, Ventenat, Nouveau Duhamel, Lindley, Risso/Poiteau, Lamberts Pinus u.a.), Catalogi Plantarum nur vereinzelt.

Die Gartenbücher umfassen nur etwa 350 Signaturen, darunter aber durchaus seltene Werke: (Charles Estiennes Gartentraktate, Mizauld 1577, Michael Knab 1620, Ferrari 1633, Morin 1667, Mandirola Venedig 1684, La Quintinie 1690, Dahuron Paris 1696, Krottendorff 1700, Liger Amsterdam 1708, Millers Lexikon 1768, Hirschfelds frühe Werke, Schönfelds Gallerie der Gartenkunst, Prag 1788, Rössigs Rosen, Loudons Encyclopaedia deutsch, G.W. Johnsons History of Gardening 1829, Nebbiens Hausgärten 1837, Sedding 1891.

Einmalig dürften sein:

Die Buchbeschaffung nimmt mindestens vier Stunden in Anspruch, da die Bestände (mit Ausnahme der Rara) ausgelagert sind. Mikrofilme sind möglich, Mikrofiches nicht.


Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel (23)

Die Bibliothek wurde 1572 gegründet und war im 18. Jahrhundert eine der größten Europas. Sie hat sich heute die Sammlung deutscher Drucke 1601-1700 zum Schwerpunkt gesetzt. Nicht sehr viele, aber sehr wertvolle botanische Altbestände verzeichnet der gedruckte thematische Katalog der Bestände von 1600-1720. Darunter sind die frühen Werke von Gesner, Ruel, Belon, Lobel, Clusius, Kräuterbücher, Ray, Weinmann und ein sehr sorgfältig koloriertes Exemplar von Emanuel Sweerts Florilegium (1614), die oft der Sachgruppe Ng der frühsten Systematik entstammen. Als Unikat ist das 16bändige Herbarium von Siegesbeck zu nennen.

Catalogi Plantarum sind nur wenige vorhanden (Kartei Ng der Augustbibliothek.

Nicht so gut dokumentiert wie die botanischen sind die Gartenbücher (Karteikarten). In der Signaturengruppe des ältesten Systems (bis ca. 1700) Oec. befinden sich einige Ackerbauwerke (Crescenzi 1512, de Serres 1619, 6 Ausgaben von Estienne/Liebault, Markham 1631, Coler 1665), in der mittleren (Oe) Werke von Worlidge 1669, Boeckler 1683, Ferrari 1633, Schnurr von Lendsidel 1651, Mandirola 1670, Hohberg 1682, Der curieuse und kluge Gärtner 1692, Herbst 1692, Dillenius 1732, Liger, Switzer und Schabol. Die frühsten lateinischen Gartentraktate von Charles Estienne sind zum Teil in mehreren Auflagen vertreten.

In den Restbeständen der Helmstädter Universitätsbibliothek (Gruppen M und O) fanden wir nichts.

Es gibt einen hervorragend ausgestatteten Rara-Lesesaal. Film- und Ficheanfertigungen sind möglich.


Württembergische Landesbibliothek Stuttgart (24)

Die Bibliothek wurde 1765 von Herzog Carl Eugen als öffentliche Einrichtung gegründet. 1944 verbrannte die Hälfte des Bestandes, darunter die Quart- und Oktavbestände der Naturgeschichte. Die botanischen Folio-Werke aus der Sammlung Carl Eugens sind erhalten geblieben. Wir finden solche von Blackwell, Knorr, Trew, Kerner, 7 Titel N.J. Jacquin, 23 Titel Buc'hoz, Franz Schmidt, de Brys Florilegium in der schmalen Erstauflage von 1611, J.D. Hookers Rhododendrons of Sikkim-Himalaya. Auch Kräuterbücher, begonnen mit dem Herbarius latinus 1484 sind darunter.

Von den Gartenbüchern sind einige in der Signaturengruppe Gew. oktav und -quart erhalten, etwa Elsholtz 1666, Herbst 1692, Gabriel 1669, Dümler 1661. Systematisch verzeichnet sind diese leider nur fragmentarisch.

Catalogi plantarum sind kaum vorhanden, außer von Hohenheim 1779 und 1842. Die Bestände sind vollständig in die Datenbank Südwestverbund eingegeben, die allerdings hier nicht öffentlich zugänglich ist.

Probleme bei der Benutzung entstanden nicht. Es werden günstige Mikrofiches und Filme angeboten. Der Förderverein Württembergische Bibliotheksgesellschaft macht sich seit einigen Jahren auf unserem Gebiet durch hübsche Reprints von Cottas Gartenkalender verdient.


Státní vědecká knihovna Olomouc

Die wissenschaftliche Staatsbibliothek Olmütz, gegründet 1566, gehört zu den ältesten Bibliotheken Tschechiens. Die Kataloge der historischen Bestände vor 1800 wurden seit 1974 veröffentlicht. 6 Bände umfaßt der Katalog der naturwissenschaftlichen Drucke von Václav Pumprla, der in der Gartenbaubücherei vorhanden ist. Allerdings hat man hier unterlassen, die Autoren zu ergänzen, wenn sie in dem Druck nicht angegeben wurden (z.B. Dezallier).

Es sind enthalten Belon 1553, Jean und Gaspard Bauhin, Besler, Bock, Brunfels, Estiennes Praedium Rusticum, Trews Plantae selectae, Dezallier 1711, Tabernaemontanus, Rauwolffs Reisebeschreibung (1583), Rapin (1672), Durante (Frankfurt 1609), Dodoens (Antwerpen 1569), Crescenzi deutsch (Straßburg 1531), Mizauld 1560 und 1577, Mattioli diverse, Lauremberg 1631, Jacquins Icones plantarum rariorum (1781), Delechamps 1586, Heresbach 1570, der Herbarius (Straßburg 1527), Gesner 1542, Elßholtz 1663, 1666.

Ein Teil der Bestände ist ausgelagert und wird nur montags angefahren.


Bibliotheek Landbouwuniversiteit Wageningen

Hollands zentrale Ausbildungsstätte für die Grünen Berufe hat eine sehr bedeutende Bibliothek aufgebaut. Der Katalog der vor 1850 erschienenen Gartenwerke ist veröffentlicht und umfaßt 488 Nummern, wobei Mehrfachnennungen vorkommen. Es handelt sich um einen guten internationalen Querschnitt. Die holländischen Werke wie Sweerts, van der Groen, Nylandt, Sterbeeck, van Oosten, La Court van der Poort, Knoop, Aengelen und du Vivie sind jeweils in mehreren Ausgaben reich vertreten.

Als Beispiele internationaler Literatur seien genannt Creszenzi Speyer 1490?, italienisch Venedig 1553 und deutsch Straßburg 1518, Estiennes de re hortensi 1536, Le Court 1560, Dodoens, Crispin de Passe 1614, Lauremberg 1632, Ferrari 1633 (auch italienisch 1638), Rhagor 1639, Viescher 1654, Mandirola 1670, Gabriel 1671, Rapin 1762, Morin 1674, Rea 1676, Mollet 1678, Meister 1692, Volkamer, Millers Lexikon 1731, W. Marshall 1785, Rössig 1796, Dumont de Courset 1802, Loudons Hints 1813, Loudons Enzyklopädie deutsch.

Als ausgesprochene Raritäten fallen auf:

Catalogi Plantarum sind nicht besonders erfaßt, sondern nur vereinzelt eingestreut: Rom 1625, Helmstedt 1697, Leipzig 1747, Karlsruhe 1747, Hammersmith/Lee 1774, Hamburg/Buek 1779, 1790, Wörlitz 1814, Schönbrunn 1816, Schwetzingen 1819, Frankfurt/O. 1824, Biebrich 1831.

Unter den sehr zahlreichen internationalen Zeitschriften sind nur wenige alte. Hier ist das Botanical Cabinet zu nennen.

Die Benutzungsbedingungen sind sehr liberal. Viele wichtige Beiträge zur holländischen Gartengeschichte stammen von der Bibliotheksleiterin Carla Oldenburger-Ebbers.


Ausblick

Die größten Bibliotheken, in Paris, London und Washington, können im Rahmen dieser Plauderei nicht behandelt werden. Eine leise Ahnung davon, was wirklich opulente alte Bibliotheken sind, vermittelt z.B. schon ein Besuch der Bodleian Library, Oxford, der nur auf Antrag und mit besonderem Lichtbildausweis möglich ist. Im Führer Nr. 13 (er behandelt das Thema Fotokopierservice) lesen wir auf S. 7 unter Conservation: „Die Bodleian räumt der Konservierung ihrer Sammlungen eine sehr hohe Priorität ein, und es ist eine wichtige Überlegung, zu entscheiden, ob ältere und empfindlichere Werke fotokopiert werden dürfen...“ Aus diesem Grunde hat die Bibliothek alle Werke, die vor 1641 erschienen sind, vom Fotokopieren ausgenommen.